Recyclingpapier
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Klimaschutz durch Recyclingpapier

Umweltbundesamt empfiehlt Siegel „Der blaue Engel“

Wie viel Prozent Ihres jährlichen Papierverbrauchs macht der Südpfalzkurier, den Sie gerade in den Händen halten, wohl aus? Es dürfte nur ein Bruchteil sein, denn der durchschnittliche Verbrauch pro Jahr und Kopf liegt in Deutschland bei sage und schreibe 247 Kilo! Mit 2,2 Millionen Tonnen insgesamt verbraucht Deutschland so viel Papier wie die Kontinente Afrika und Südamerika zusammen. Der Großteil davon landet nach kurzer Zeit im Müll, z.B. Verpackung, Briefkastenwerbung oder Hygieneartikel.

Auch wenn Papier biologisch abbaubar ist und damit umweltfreundlicher als beispielsweise Plastik, so hat der immense Verbrauch doch Schattenseiten. Denn Papier besteht zum Großteil aus Zellstoff, der aus Holz gewonnen wird. Für die Produktion von einem Kilogramm Frischfaserpapier werden 2,2 Kilogramm Holz benötigt. Fast jeder fünfte der weltweit gefällten Bäume liefert Holz für die Papierproduktion! Der Zellstoff für die Papierindustrie in Deutschland wird zum größten Teil importiert, z.B. aus Skandinavien, Russland oder Kanada. Ein Viertel der Zellstoffimporte stammt aus Brasilien. Die dortigen Eukalyptus-Monokulturen, die den weltweiten Papierhunger stillen, belasten mit hohem Wasserverbrauch, Düngemittel- und Pestizideinsatz Böden und Gewässer und somit auch die Gesundheit der Bevölkerung. Oft wird Regenwald abgeholzt, weil die Plantagen große Flächen in Anspruch nehmen. Der Waldverlust beschleunigt nicht nur den Klimawandel. Auch zahlreiche Tierarten verlieren so ihren Lebensraum.

Doch das muss nicht sein, denn Recyclingpapier ist eine gute Alternative. Das Umweltbundesamt empfiehlt ausschließlich Recyclingpapier mit dem Blauen Engel, da dieses Siegel die höchsten ökologischen Standards garantiert. In der Produktion werden beispielsweise keine gesundheitsgefährdenden Stoffe eingesetzt. Andere Siegel oder Kennzeichnungen wie z.B. „FSC“, „klimaneutral produziert“ oder „chlorfrei gebleicht“ garantieren das nicht. Diese Papiere haben meist keinen oder nur einen sehr geringen Recyclinganteil und sind deswegen sehr ressourcenintensiv.

Recyclingpapier mit dem Blauen Engel schont die Wälder, und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt. Im Vergleich zu Frischfaserpapier spart die Herstellung außerdem rund 70 Prozent Wasser und 60 Prozent Energie. Auch das fertige Produkt muss hohe Standards (technische Eignung, Archivierbarkeit) erfüllen. Ein weiterer Pluspunkt: Papier mit dem Blauen Engel ist meist günstiger als Frischfaserpapier, besonders wenn es einen niedrigen Weißegrad hat. Bei einem hohen Papierverbrauch macht sich das durchaus bemerkbar: Beispielsweise spart die Stadtverwaltung in Nürnberg durch die Umstellung auf Recyclingpapier jährlich 90.000 Euro ein!

Immer mehr Menschen legen Wert auf einen schonenden Umgang mit Ressourcen und nutzen deswegen Produkte mit dem Blauen Engel, ob Kopierpapier, Hefte, Blöcke oder Hygieneartikel. Damit zeigen sie, dass Umwelt- und Klimaschutz nicht nur auf die Fahnen geschrieben, sondern aktiv umgesetzt wird. Eine kleine Umstellung kann viel bewirken. Machen auch Sie mit!

(Text: Amely Munz, Netzwerk Nachhaltigkeit)

Veröffentlicht im Südpfalzkurier

Quellen und weiterführende Informationen:

www.papiernetz.de: Umfassende Informationen, Material und Bildvorlagen zum Thema Recyclingpapier

www.gruener-beschaffen.de: Hier können sich Unternehmen und Einrichtungen, die Recyclingpapier mit dem Blauen Engel verwenden, eintragen.

Umweltbundesamt: Deutschland ist Spitzenreiter beim Papierverbrauch

Bild von Florian Pircher auf Pixabay

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